Der Krieg ist mein Hauptthema, und große Teile meiner Prosa beschäftigen sich damit. Krieg legt den Menschen frei, im Guten wie vor allem im Bösen, er ist ein Verstärker, ein Verfolger, ein epochales Gemälde, das sich über seinen Maler legt und ihn erstickt. Im Krieg gibt es keine Befindlichkeiten mehr, keinen Erfolg oder Latte macchiato, kein lass-gut-sein-mein-kind. Jedes Jahr ohne Krieg ist eine Gnade Gottes, doch leben wir, ein jeder nach seiner Geburt, bestenfalls in einer Vorkriegszeit. Und kommt der Krieg, so ist es unsere einzige Würde, nicht überrascht zu sein.

Die beiden Romane Die Tage des Kalifats und Zweierlei Krieg sind in diesen Zusammenhängen angesiedelt, doch erzeugen sie auch, auf den inneren Landkarten der Figuren, eine Gegenwelt, den Mythos vom Frieden, von Hoffnung, von Erlösung. Ein dritter Roman (Legende von Schatten), geht einen anderen Weg, den Weg über das Genozid, über jene grausamste Steigerung allen Krieges, jene Chiffre des Bösen, die wir immer von neuem zu enträtseln versuchen, doch verheerenderweise immer erst dann, wenn die Erde neben dem Fussballstadion bereits aufgeworfen wurde.


Natürlich behandele ich auch andere Themen, und eine größere Auswahl von Geschichten dazu findet sich im Erzählband Kapitulationen. Doch sind diese Geschichten, so verheerend sie auch sein mögen für Autor, Lektor/Verlag und Leser, nur Friedensübungen auf dem Weg in die nächste Katastrophe.